Lichtspektrum in der Lichttherapie: weiß, blau oder Vollspektrum?

Wer sich mit Lichttherapie beschäftigt, stößt schnell auf einen etwas schwammigen Begriff: das Lichtspektrum.

Weißes Licht, blaues Licht, Vollspektrum… Auf dem Papier klingt alles wirksam. In der Praxis gibt es aber deutliche Unterschiede, sowohl beim Komfort als auch bei der gefühlten Wirkung.

Hier erfährst du, was du wissen musst, um die richtige Wahl zu treffen.

Was ist das Lichtspektrum?

Das Lichtspektrum beschreibt die Zusammensetzung des Lichts, das ein Gerät abgibt.

Natürliches Sonnenlicht enthält Violett, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot.

Genau diese vollständige Mischung beeinflusst unsere innere Uhr.

Tageslichtlampen versuchen deshalb, dieses Spektrum nachzubilden… mal mehr, mal weniger gut.

Weißes Licht: der Standard

Die allermeisten Lampen nutzen weißes Licht mit breitem Spektrum.

Warum?

  • Es kommt dem natürlichen Licht am nächsten.
  • Es ist angenehm für die Augen.
  • Es eignet sich auch für längere Anwendungen.

Heute ist es der empfohlene Standard bei:

  • Müdigkeit in der dunklen Jahreszeit;
  • Stimmungstiefs;
  • Schlafstörungen.

Ich selbst nutze diese Art von Licht jeden Tag.

Blaues Licht: gezielter, aber intensiver

Manche Lampen und vor allem Lichttherapiebrillen nutzen Licht mit erhöhtem Blauanteil.

Warum Blau?

Weil dieses Spektrum direkt auf die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut wirkt, die zuständig sind für:

  • die Regulierung von Melatonin;
  • das Wachwerden;
  • die Aufmerksamkeit.

Vorteile:

  • Wirkung schon bei geringerer Intensität;
  • kompaktere Geräte;
  • flexiblere Anwendung.

Nachteile:

  • Das Licht wirkt optisch härter;
  • weniger angenehm, wenn du still davor sitzt.

Deshalb findest du dieses Spektrum vor allem bei Brillen.

Vollspektrum: Marketing oder echter Vorteil?

Der Begriff „Vollspektrum“ (englisch „full spectrum“) wird oft verwendet… und manchmal überstrapaziert.

Theoretisch bezeichnet er Licht, das das gesamte sichtbare Sonnenspektrum nachbildet.

In der Praxis:

  • Alle guten weißen Lampen haben ohnehin ein breites Spektrum;
  • der tatsächliche Unterschied ist oft gering;
  • die Wirkung hängt vor allem von den Lux ab.

Anders gesagt: Eine zertifizierte weiße Lampe mit 10.000 Lux ist besser als eine schwache „Vollspektrum“-Lampe, die vor allem mit Marketing punktet.

Spektrum und Sehkomfort

Das Spektrum hat großen Einfluss auf den Komfort:

Spektrum Komfort Ideale Nutzung
Weißes Licht Sehr angenehm Anwendung am Morgen
Erhöhter Blauanteil Anregender Brille / unterwegs
Vollspektrum Unterschiedlich Vielseitig

UV: ein entscheidender Punkt

Egal welche Technik: Eine Tageslichtlampe sollte immer

  • UV-frei sein
  • medizinisch zertifiziert sein

UV-Licht bringt für die Lichttherapie keinerlei Nutzen und kann schädlich sein für:

  • die Augen
  • die Haut

Zum Glück verzichten alle seriösen Lampen darauf.

Mein Eindruck nach dem Test

Nachdem ich eine weiße Lampe und eine Brille mit Blaulicht genutzt habe:

  • Weißes Licht ist am Morgen angenehmer
  • Es passt besser zu einer Routine mit Kaffee und Lesen
  • Blaues Licht ist unterwegs praktischer

Bei der Wirkung habe ich keinen großen Unterschied gespürt… beim Komfort aber schon.

Welches Spektrum solltest du also wählen?

  • Für eine Lampe: weißes Licht mit 10.000 Lux
  • Für eine Brille: Spektrum mit erhöhtem Blauanteil
  • Für den Komfort im Alltag: weißes Licht mit breitem Spektrum

Am wichtigsten bleiben:

  • die Intensität (Lux)
  • die Regelmäßigkeit
  • die Dauer der Anwendungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Spektrum beeinflusst eher den Komfort als die Wirkung.
  • Weißes Licht ist der Standard.
  • Blaues Licht ist gezielter, aber anregender.
  • „Vollspektrum“ ist oft vor allem Marketing.
  • UV-frei ist Pflicht.

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